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Die EAV | Biographie
1974 - 19791980 - 19891990 - 19992000 - 2009
1974
Im Herbst will Eik Breit gemeinsam mit seinem Freund Günter Heinemann musikalisch aktiv werden und gründet die Band "Antipasta". Außer Plattenspieler und etwas Mundharmonika beherrscht Eik Breit zwar kein Instrument, für Westcoastmusik im Stil von "Crosby, Stills, Nash & Young" reicht es aber aus. Ein weiterer Freund, Reinhard Brummer, wird Schlagzeuger der Band, der Schwede Nino Holm stößt als Gitarrist zur Gruppe.Das einzige Foto von Antipasta, das heute noch existiert
1975
"Antipasta" gibt in laufend wechselnder Besetzung etwa ein Konzert im Monat. Eik Breit spielt damals noch nicht Bass, sondern fungiert an den Congas, einer afrikanischen Handtrommel.
1976
Ab Mitte des Jahres spielt Thomas Rabitsch, der 1994 bei dem Song "Eierkopf-Rudi" nochmals mit der EAV arbeiten wird, an den Keyboards. Nino Holms Wohnungsgenosse Zak spielt am Bass. Beide steigen im selben Jahr mit Reinhard Brummer wieder aus. Neuer Schlagzeuger wird der Schwede Anders Stenmo, den Landsmann Nino Holm bei einer Zugfahrt von Schweden nach Wien kennen gelernt hat. Um bei ihren wenigen Konzerten nicht Lied um Lied spielen zu müssen, erzählt Eik Breit zwischen den Songs komische Geschichten. "Antipasta" singen zum Beispiel Heurigenlieder á la Hans Moser oder aus dem schwedischen übersetzte Sauflieder. Die Abendgage reicht meist nicht einmal für Getränke.
1977
Das Geburtsjahr der EAV. Im April sucht "Antipasta" einen neuen Gitarristen. Nino Holm überredet seinen Kollegen von der Kunstakademie, Thomas Spitzer aus Graz, in der Band mitzumachen. Nach einem Auftritt im Club "Atlantis" stellt Thomas Spitzer aber klare Bedingungen, unter welchen Umständen er in die Band eintritt. Er fordert, dass eine ordentliche Idee hinter dem Projekt steckt. Mit Nino Holm hat er längst über die Möglichkeit einer Rock-Comix-Band gesprochen. "Antipasta" wird nach 3 Jahren aufgelöst, die neue Band wird - zumindest in den Köpfen - gegründet. Mit dabei sind Thomas Spitzer, Eik Breit, Nino Holm und Anders Stenmo. Nach stundenlangen, ergebnislosen Diskussionen über den Namen der neuen Gruppe fahren die Bandmitglieder im Morgengrauen mit der ersten Straßenbahn am Bürogebäude der "Ersten Allgemeinen Versicherung" vorbei. Thomas Spitzer hat die folgenschwere Idee: Wir nennen uns "Erste Allgemeine Verunsicherung". Die Versicherungstypen regen sich auf und wir haben unseren ersten Wirbel. Und tatsächlich: Besagte Versicherung hätte die EAV wegen Namensgleichheit beinahe verklagt, 1988 wird sie aus gleichem Grund Hauptsponsor der "Pinguin"-Tournee. Eine kahle Wohnung in einem Abbruchhaus am Wildpretmarkt 11 in Wien wird das Hauptquartier der Gruppe. Hier wohnen bereits Thomas Spitzer und sein aus Graz gekommener Freund Walter Hammerl. Im Winter entsteht dort auch die erste Bühnenshow, die aber nie aufgeführt wird. Grund: Klaus Eberhartinger, ein Freund Thomas Spitzers, rät nach der Lektüre des Regiebuchs vom Konzept der Show ab und gibt seinem Kumpel mit den Worten Ich weiß, du kannst es besser den Rat, das Buch zu überarbeiten. Thomas Spitzer, ein Dickschädel, will das zuerst nicht zur Kenntnis nehmen. Trotzdem taucht er ab und schreibt in nur 5 Tagen eine komplett neue Show.Das erste Logo der EAVDas erste EAV-Plakat - von der Band selbst gedruckt
1978
Im Februar, 3 Monate vor der Premiere der Show, ist die erste EAV-Besetzung vollständig: Zu den 4 Band-Gründern gesellt sich Walter Hammerl, der erst als Manager hinter und später als Conferencier auch auf der Bühne steht. Günter Schönberger, noch Lehrer in der Steiermark, ist Saxophonist und Akteur und pendelt täglich 360 Kilometer von Graz nach Wien und zurück. Bevor er von Walter Hammerl die Funktion des Managers übernimmt, gründet er noch seine eigene Band "Ephesus". Als Sänger und Hauptakteur holt Thomas Spitzer den Austrorock-Star Wilfried Scheutz zur Gruppe. Mit ihm ist er seit Grazer Studientagen befreundet. Weil sich Wilfried Scheutz in die EAV-Kostümbildnerin Marina Tatic verliebt, fällt ihm der Wechsel nicht schwer. Wenig später heiraten die beiden. In der EAV-Kommune angekommen schüttelt Wilfried Scheutz über den wilden Haufen talentierter Dilettanten den Kopf: Burschen, so geht das nicht. Da gehört Linie rein. Mit seiner Theatererfahrung nimmt Wilfried Scheutz als selbsternannter "verunsichernder Schauspiellehrer" die Geschicke der Band in die Hand und schult die Bandmitglieder beispielsweise mit regelmäßigen Körpertrainings. Nach 2 Monaten harter Arbeit ist es dann soweit: Zur Eröffnung des Wiener Schauspielhauses am 25. Mai hat die erste EAV-Bühnenshow Premiere. Diese sollte eigentlich schlicht "Verunsicherung" heißen. Ein schlampiger Zeitungskritiker nennt die Show aber irrtümlich "Uschi im Glück" - der unfreiwillige Titel setzt sich durch. Im Oktober wird das Programm unter dem ursprünglichen Namen "Verunsicherung" als LP veröffentlicht: Das erste Album der EAV. Produziert wird es in nur 3 Tagen für lachhafte 14.000 Schilling (rund 1.000 Euro). Das Kuriose: Entstanden ist die LP ohne Plattenvertrag. Wilfried Scheutz redet das Projekt der Plattenfirma EMI im Rahmen seines Solo-Vertrags ein. So erscheint das Album offiziell auch unter dem Bandnamen Erste Allgemeine Verunsicherung & Wilfried - in einer Mini-Auflage von rund 1.700 Exemplaren. Heute ist das Album ein begehrtes Sammlerstück und erzielt bei Internetauktionen Spitzenpreise. Das hartnäckige Gerücht, die EAV habe bereits vor der Veröffentlichung des Albums "Verunsicherung" eine LP mit dem Titel "Show Rosie" auf den Markt gebracht, hat Thomas Spitzer in einem Interview mit dem EAV-Fanclub inzwischen dementiert. Im Winter wird die bisherige Liveshow mit 4 zusätzlichen Songs unter dem Namen "Lametta Scheinwelt" als Kritik am wachsenden Weihnachtskonsum gespielt: Die Heiligen 3 Könige singen "Roll over to Bethlehem", nach dem Motto "Die Englein singen, die Kassen klingeln" heißt es "Leise rieselt der Schmäh" oder "There's no business like Christmas".Das Cover des ersten EAV-Albums ''Verunsicherung''Dieses Presse-Foto geht an deutsche TourneeveranstalterDas zweite Logo der EAV
1979
In Österreich spielt die EAV nur in den Landeshauptstädten. Überall anders kommt praktisch kein Publikum. Erfolgreicher läuft es in Deutschland: Gleich 3 Mal tourt die Band in diesem Jahr durch die deutsche Clubszene. Günter Schönberger kauft seinem Onkel einen 12 Meter langen ausrangierten Autobus für 5.000 Schilling (rund 350 Euro) ab. Die Sitze werden ausgebaut, dafür Boxen, Verstärker, Instrumente, Scheinwerfer, Kabel, Kostüme und Requisiten hineingestopft. Das spätere Thomas Spitzer-Zitat Für a Gullasch und a Bier ist die treffendste Beschreibung für diese Zeit. In vielen Orten reicht die Gage - pro Mann und Auftritt gerade mal 140 Schilling (rund 10 Euro) - nicht einmal für die Übernachtung. Da bleibt man eben bei einem Mädchen in der jeweiligen Stadt oder legt sich irgendwo im Bus auf eine Luftmatratze. Im Sommer findet der soziale Durchbruch - so nennt es Eik Breit heute - statt: Die EAVler ziehen auf einen alten Bauernhof im steirischen Heiligenkreuz, etwa 10 Kilometer von Graz entfernt. Die Zahl der Freunde steigt täglich. Viele besuchen die Gruppe in ihrer "Bauern-Villa", die mit Swimmingpool, Marmorböden und einem Riesenwohnzimmer, das gleichzeitig auch Proberaum der Band ist, großzügig ausgestattet ist. Die Miete beträgt nur 7.000 Schilling pro Monat (rund 500 Euro) - für die EAV gerade noch zahlbar. Misstrauisch wird die wüste Kommune aus langhaarigen Hippies von den Einheimischen beobachtet: Mindestens Drogen müssen doch hier im Spiel sein. Regelmäßig kommt die Polizei vorbei, nimmt die Personalien auf und verschwindet wieder ergebnislos. Wilfried Scheutz ist inzwischen mit seinen Discohits "Johnny's Discothek" und "Nights in the city" zum Star geworden und hat keine Zeit mehr für die EAV. Ihm folgt der Steirer Gert Steinbäcker, der zur gleichen Zeit mit seinen beiden Freunden Günter Timischl und Helmut Röhrling alias Schiffkowitz die Band STS gründet. Gert Steinbäcker, mit dem Thomas Spitzer schon früher in der steirischen Rockband "Mephisto" gespielt hat, steigt als Sänger in das fertige Programm ein. Zur Weihnachtsshow "Ihr Kinderlein kommet", die 20 Mal in Deutschland gezeigt wird (sogar am Heiligen Abend!), nimmt er seine beiden STS-Kollegen mit. Das Lied "Es wird Heller", eine Parodie auf den österreichischen Aktionskünstler André Heller, wird das erste Mal aufgeführt, damals aber noch von Schiffkowitz gesungen. Später wird diese Nummer das Paradestück von Eik Breit. Die im November in Dortmund aufgenommene erste EAV-Single "Ihr Kinderlein kommet" erscheint, macht Eindruck, wird insgesamt 2 Mal im Österreichischen Rundfunk gespielt und sogar im renommierten Magazin "Der Spiegel" erwähnt.Diesen Bus kauft Günter Schönberger für 5.000 SchillingDamenbesuch im EAV-Domizil, einem Bauernhof im steirischen HeiligenkreuzDas Cover der ersten EAV-Single ''Ihr Kinderlein kommet''