Hier präsentiert euch der EAV-Fanclub Auszüge aus dem Buch "Sex, Lachs & Rock'n'Roll" mit interessanten und bislang unveröffentlichten Geschichten zur EAV: Wie die EAV mit "Alpenrap" ihren ersten Hit gefeiert hat:


Wir haben viel gespielt. Bis zu zweihundert Auftritte im Jahr. Die Dissertation hab ich längst an den Nagel gehängt, es hat mich nicht mehr interessiert. Was mich interessiert hat, war mit dem Spitzer einen neuen Stil für die EAV zu finden. Der Thomas und ich waren kongenial. Wir haben gute Konzerte gehabt, aber bei den Plattenfirmen sind wir überall rausgeflogen.

Sagen wir: Wir möchten gern einen Plattendeal.

Sagen die von den Plattenfirmen: Ja, super, aber ihr kriegts keinen.

Sagen wir: Warum nicht?

Sagen die: Live geht das, aber auf Platten geht das nicht.

Und dann hat der Joe Artner von der EMI Austria angerufen.

Sagt der Joe: Kann ich euren "Alpenrap" haben?

Sagen wir: Ja.

Der Nino Holm, der Handwerker in der Band, hat uns diese riesigen Schuhe aus Schaumgummi gebastelt. Und ich habe meinen Jive entwickelt. Einen mörder Jive. Und auf einmal ist das Fernsehen auf uns aufmerksam geworden, weil wir optisch was hergegeben haben. Mit unseren Szenen und Sketches und immer comicmäßig aufgezogen. Wir haben uns geschminkt, Augenbrauen aufgepickt und die Haare auftoupiert. Damals war die Rockgruppe Kiss ganz groß, die Hallucination Company oder Drahdiwaberl haben das in Österreich auch gemacht, halt auf Anarcho und Rock’n’Roll und hauptsächlich in Englisch. Wir haben uns auf Deutsch konzentriert und der Spitzer war der bessere Texter. Außerdem waren wir auch politisch woanders daheim.

Plötzlich wollten uns etliche Musiksender, weil wir lustig waren und schräg. Auf einmal haben sie unsere Sachen gespielt, und der Joe Artner hat sie in den Funk getragen.

Da haben wir schon zwei Jahre gespielt. Und jeder hat gesagt, na, jetzt müssten die schön langsam den Ernst des Lebens angehen. Weil gesoffen haben wir für drei. Ruft uns der Joe Artner an.

Sagt der Joe: Ihr seids Nummer drei in den österreichischen Charts.

Sagen wir: Das gibt’s ja nicht.